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Lyrasekretär Wien, 19. Jahrhundert

Lyrasekretär Nussbaum, Wien, erstes Drittel 19. Jahrhundert 
Materialien:
Korpus: Nadelholz, außen furniert mit von Masernestern durchsetztem Nußbaum-Wurzelfurnier. Im Innern furniert mit Ahorn und Esche. Geschnitzte Holzprofile mit Blattvergoldung die wohl teils mit Silber unterlegt sind (Mecca), Trägerfiguren an Korpus und Aufsatz aus Lindenholz geschnitzt, vergoldet und dunkelgrün gefasst.
Eingerichte: 
Ahorn massiv und Furnier (Schubkästen); Ahornfurnier teils in den Farben grün (Pilaster), mittelbraun und dunkelbraun gebeizt, blau marmoierte Säulen, Kapitell- und Basisplatten aus weißem Marmor, Tuschmalerei mit klassizistischen Vasen und Rankenwerk, Spiegelglas
Beschläge: 
Schlösser, Schlüssel, Scharniere und Mechanismen aus Eisen und Stahl, Schlüsseleingänge und Zierbeschläge auf den Lisenen und dem Tempan aus feuervergoldeter Bronze
Maße:
H 176 cm
B 98 cm
T 46,5 cm
Beschreibung: 
 
Der Möbelkörper setzt sich aus vier aufeinandergestellten Teilen zusammen. Ein zweitüriger Unterschrank mit konvex eingezogenen Seiten ruht in einem Sockel, der ohne Füße direkt auf dem Boden steht. Am Sockel befestigt ist ein breites, mit Blattwerk geschnitztes und vergoldetes Profil mit einer innenligenden Falz in der der Unterschrank steht. Ein weiteres geschnitztes und vergoldetes Profil bildet dessen oberen Abschluss. Es folgt das Schreibteil, das über dem Unterschrank an den Seiten stark zurückspringt, einen sockelartigen Absatz bildet und sich halkreisförmig nach oben entwickelt, um wieder durch ein schmales vergoldetes Profil gegliedert, einen Absatz zu bilden, der einen Schubkasten aufnimmt, über dem ein kräftiges Eierstabprofil den oberen Abschluss bildet.
In den durch das Zurückspringen des Schreibteils seitlich entstandenen Nischen befinden sich Trägerfiguren. Zwei Putten, die über Fabelwesen mit Körpern geflügelter Drachen und Faunköpfen stehen, stützen scheinbar den Möbelkörper.
Den oberen Abschluss des Möbels bildet ein stark zurückgesetzter Aufsatz auf drei Stufen in geschmückten Tempans. Ebenfalls aus vergoldeter Bronze gefertigt sind die Löwenbeschläge der Tür des Aufsatzes, des großen Schubkastens über der Schreibklappe sowie die Zierbeschläge der Lisetten und die Schlüsseleingänge der Schreibklappe und der Türen des Unterteils. Von außen ist das gesamte Möbel mit lebhaftem Nußbaum-Wurzelfurnier das mit kleinen Masernestern durchsetzt ist, furniert. Das Innere des Aufsatzes und des Unterschranks sind mit Ahorn und Esche furniert und poliert.
Öffnet man die Schreibklappe so wird das Eingerichte sichtbar. Über eine kleine Treppe mit drei Stufen gelangt man von der Schreibfläche ausgehend in eine als Säulenhalle gestaltete Nische. Vier blau gefasste Säulen auf grün gefärbten Ahornsockeln mit weißen Marmorblasen tragen die Arkadenartige Decke. Die Wände zwischen den Säulen sind mit Tuschmalereien versehen, ebenso wie der Boden der Halle und der Tempan.
Zwei im 90 Grad Winkel gesetzte Spiegel bilden die Rückwand und erzeugen den Eindruck einer prachtvollen Architektur. An den Seiten der Nische befinden sich zwei Pilaster aus grün gefärbtem Ahorn neben denen sich zwei glatte Türen befinden, die, durch einen versteckten Federmechanismus ausgelöst, nach vorn schwenken und zwei Fächer freigeben, in denen sich je ein Schubkasten und ein Zwischenboden befindet. Auch in der kleinen Treppe, die in die Nische führt, befindet sich eine versteckte Schublade. Die Treppe kann auch als Ganzes herausgezogen werden, wodruch ein weiteres Geheimfach zugänglich wird.
Über der Nische befindet sich ein großer Schubkasten, der mit zwei Messingringen gezogen wird.
Alle sichtbaren Flächen des Eingerichtes sind mit ausgesuchtem Ahorn furniert, das glit auch für die Innenräume der Fächer. Die Schubkästen sind aus massivem Ahorn. Durch die Verwendung gefärbter Ahornfurniere werden kostbare, die Wirkung der Architektur hebende Materialen simuliert.
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